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Der
5. Juli 1954. Ein glühend heißer Tag in Memphis,
Tennessee. Bleierne Stimmung im Sun Studio. Da haben sie
nun die ganze Nacht geprobt - und nichts ist dabei
herausgekommen. Studio-Musiker Scotty Moore dreht mürrisch
an den Knöpfen der Anlage, der Gitarren- Verstärker
gibt nur noch verzerrte Laute von sich. Spontan greift
sich sein Kollege die Gitarre, klimpert gedankenverloren
einen alten Blues. Der junge Mann heißt Elvis
Presley. Ein Nobody. Der Produzent hat bislang kaum
Notiz von ihm genommen.
Jetzt
aber ist Sam Phillips wie elektrisiert. Ein Blues mit
solchem Tempo, und auch noch von einem Weißen gespielt
- neuer Hitzerekord! Ein Gemisch, das lange geschwelt
hatte in der Musikwelt der USA, scheint mit einem Schlag
zu explodieren. Sofort wird der Song auf Vinyl verewigt,
gewürzt mit Scotty Moore's kurios verzerrtem
Gitarrensound. "That's All Right, Mama", ein
Song von Arthur Crudup aus dem Jahre 1946, wird zum Hit
und drei Jahre später ist Elvis Presley einer der größten
Stars der USA.
Die
Aufnahme gilt bis heute als Urknall des Rock 'n' Roll,
eine Synthese aus schwarzem Blues, weißer Country Music
und einem Schuss Gospel. Dies war nicht gerade
selbstverständlich zu einer Zeit, da Schwarze in Bussen
noch auf die hinteren Sitze verwiesen wurden und
die meisten Musikclubs gar nicht erst betreten durften.
So sollte der neue Sound nicht nur die Populärmusik der
folgenden Jahrzehnte entscheidend prägen, er brachte
auch den Kampf der Afroamerikaner um ihre Bürgerrechte
ein gutes Stück voran.
Die
Sun-Aufnahmen gelten als die besten seiner Karriere.
Hier zeigt sich sein ganzes Talent für Melodie und
Rhythmus.
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